Barrierefreie Teilhabe in einer digitalen Welt

Die In der Gemeinde leben gGmbH in Düsseldorf hat am 15.10.2012 für ihr Inklusionsprojekt PIKSL die Auszeichnung als „Ausgewählter Ort 2012“ im

Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ erhalten.

 

PIKSL steht für Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben und bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, um Ideen für einfache Lösungen zu entwickeln.

 

Während multimediale Kommunikation für viele Menschen ein fester Bestandteil des Alltags

geworden ist, bleibt der Zugang Menschen mit geistiger Behinderung aufgrund von Barrieren häufig versperrt. Die Teilnehmenden des Projekts PIKSL wollen digitale Barrieren abbauen.

 

Im PIKSL-Labor, dem Treffpunkt und Arbeitsort in Düsseldorf, sind Menschen mit Behinderung selbst die Entwickler neuer Kommunikationstechnik. Sie arbeiten gemeinsam mit Experten aus Forschung und Wissenschaft an barrierefreien Lösungen. Die entwickelten Produkte ermöglichen Menschen mit kognitiven Einschränkungen eine bessere gesellschaftliche Teilhabe und damit neue Lebensqualität. Der Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ wird von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank realisiert. Aus über 2.000 Bewerbungen wählte eine Expertenjury das Inklusionsprojekt PIKSL als Preisträger aus.

 

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Festaktes mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft statt.

 

„Das Projekt PIKSL ist in meinen Augen gelebte Inklusion“, erklärte Norbert Killewald,

Landesbehindertenbeauftragter in NRW. „Denn die Idee, geistig behinderte Menschen als

Entwickler und Referenzgruppe in die Erarbeitung und Umsetzung neuer

Kommunikationstechniken mit einzubeziehen, zeigt, wie wichtig es ist, den Grundsatz ‚Nichts über

uns, ohne uns!ʼ praktisch in die Tat umzusetzen.“

 

Die Auszeichnung nahm PIKSL-Projektleiter Tobias Marczinzik entgegen:

„Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgewählter Ortʻ im Land der Ideen zu sein. Denn etwas Großartiges

haben wir mit PIKSL doch schon erreicht: Menschen mit Behinderung werden bei uns nicht als

‚Problemʼ gesehen, sondern als Experten, die ihren Teil zur Lösung von Problemen beitragen.“

Insgesamt zehn inklusive und interdisziplinäre Projekte konnte das PIKSL-Team bisher auf den Weg bringen, so zum Beispiel die Entwicklung einer piktogrammbasierten Bildsprache in Zusammenarbeit mit den Studierenden der Fachhochschule Düsseldorf sowie die Erprobung eines sprechenden virtuellen Assistenten in Zusammenarbeit mit einer Forschungsgruppe der Universität Bielefeld. Im PIKSL-Labor erlernen Menschen mit oder ohne Behinderung außerdem den Umgang mit dem Computer und dem Internet. Das Know-how, das sich die PIKSL-Nutzerinnen und -Nutzer aneignen, geben sie in einem kostenfreien Workshop an Senioren ohne Computerkenntnisse weiter.